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Künstliche Intelligenz hilft beim Entwurf im Internet der Dinge

Das Internet der Dinge (IoT) wird zukünftig zahllose Alltagsgegenstände mit eingebetteter Intelligenz versehen. Automatisierungssysteme vernetzen Tausende eingebettete Prozessoren zu großen Systemen, die gemeinsam Gesamtaufgaben lösen. Beim Entwurf solcher Systeme sind wie in einem Puzzle viele Iterationen nötig, was zu einer exponentiellen Komplexität führt, die manuell nicht mehr zu bewältigen ist. Solche Entwürfe müssen zukünftig wissensbasiert und automatisch mit Hilfe künstlicher Intelligenz sowie neuer Wiederverwendungs-Technologien entstehen. Dafür sind Produktkataloge im Internet unverzichtbar, die digitale Zwillinge aller Hardware-/Software-Komponenten mit allen technischen Details enthalten.
Das Smart Building hat in den letzten Jahren hier eine Vorreiterrolle eingenommen: Anlagen mit Zehntausenden vernetzt kooperierender Prozessoren sind dort längst üblich, kleinste „Dinge" wie beispielsweise Lichtschalter sind selbstverständlich vernetzt. Standardisierte Kataloge wie eCl@ss, ETS oder ISO 16757 präsentieren diese Produkte und Methoden der Künstlichen Intelligenz suchen dort automatisch nach geeigneten Produktkombinationen, die funktionell und an ihren Schnittstellen zusammenpassen. So entstehen vollautomatisch optimale Entwurfsvorschläge.
Experten entsprechender Standardisierungsgremien und potenzielle Anwender trafen sich am 7. Februar zu einem Workshop an der Fakultät Informatik – unter ihnen ca. 80 Teilnehmer aus der Industrie. Darunter waren u.a. Vertreter von Siemens, Schneider-Electric, ABB, BOSCH, Alexander Bürkle, Heinze, AmpereSoft, DKE, Drees&Sommer, Eaton, VDMA, EPLAN, Hilscher, Infineon, Kieback&Peter, Mervisoft, KNX-Association, Phoenix Contact, WAGO, WAREMA, Weidmüller, Wieland, Pit-Cup, Rittal, Zuken und Tragwerk.

Teilnehmer-Meinungen:Prof. Kabitzsch trägt auf dem eCl@ass Workshop in Dresden vor
Prof. Dr. Kabitzsch, TU Dresden: „Die Verknüpfung maschinenverständlicher Kataloge mit wissensbasierten Algorithmen kann z. B. beim Entwurf der Ausstattung eines intelligenten Raumes die Arbeitszeit von mehreren Stunden auf wenige Minuten verkürzen, menschliche Flüchtigkeitsfehler vermeiden und Ergebnisprognosen in frühen Entwurfsstadien ermöglichen".

Josef Schmelter Phoenix Contact: Im Zeitalter der digitalen Transformation besteht die Herausforderung in der Verfügbarkeit von Informationen. Damit in Maschinen, Anlagen und in Gebäuden die einzelnen Geräte mit einander so kombiniert werden können, dass die geforderten Funktionen realisiert werden, müssen deren Schnittstellen Hard- und softwareseitig geeignet beschrieben sein. Mit eCl@ss Advanced steht ein semantisches Modell zur Verfügung, mit dessen Möglichkeiten die Eigenschaften von Geräten beschrieben werden können. Die funktionale Beschreibung ist heute speziell auf die Anforderungen in den jeweiligen Gewerken angepasst und wird in deren Software-Werkzeugen entsprechend abgebildet. Ein Gewerke übergreifender Austausch dieser Beschreibungen erfordert ein einheitliches Beschreibungsmodell. Mit dem Informationstag und anschließendem Workshop an der TU Dresden, wurde der Auftakt für eine gemeinsame Arbeitsgruppe geschaffen.

Stefan Mülhens, Geschäftsführer, AmpereSoft GmbH: Vom Smart Engineering, Smart Factoring bis hin zum Smart Facility Management - was früher nur mit Insellösungen durch Computer unterstützt wurde ist heute im hohen Maße vernetzt und automatisiert. Und wird morgen durch künstliche Intelligenz noch viel schlauer und eigenständiger beste Lösungen und Vorgehensweisen finden und nutzen. Hierfür müssen Standards eine klare eindeutige Semantik von Daten schaffen und abgestimmte offene Schnittstellen definieren - sonst werden nicht nur kostspielige Missverständnisse entstehen sondern auch komplette Prozesse viel zu aufwendig, gestört oder überhaupt nicht mehr übergreifend anwendbar sein. Entsprechend sind zum Beispiel eCl@ss Advanced und AutomationML von zentraler Bedeutung und beweisen heute bereits in sehr unterschiedlichen industriellen Anwendungsbereichen, dass sie sehr geeignete "Werkzeuge" sind - um nicht nur Zeit und Geld zu sparen sondern auch geforderte Nachvollziehbarkeit zu gewährleisten."

Die Geschäftsstelle eCl@ss e.V. hat eine Pressemitteilung zum Workshop veröffentlicht. Diese finden Sie hier.

 

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